Einhundert Jahre
Firma Paul Adrian .
Am
23. Januar 2001 feierte die Firma Paul Adrian ihr 100-jähriges
Firmenjubiläum.
Genau
am 23. Januar 1901 wurde das Unternehmen durch Paul Adrian, Großvater
des heutigen Inhabers Rainer Adrian, gegründet. Als Produktionsstätte
diente zunächst der Keller seines Fachwerkhauses in einer Solinger
Hofschaft. Hier schmiedete er auf einer kleinen Esse Scherenrohlinge,
die er anfangs an ortsansässige Fabrikanten weiter verkaufte. Sehr
bald entwickelte das junge Unternehmen jedoch eine eigene komplette
Scherenproduktion, welche es fortan auch unter eigenem Namen vermarktete.
Dies
war offensichtlich eine gute Entscheidung, denn bereits 1922 war man
in der Lage, in der Grünewalderstraße 92 ein Fabrikgebäude
zu errichten, dass auch heute noch die Produktion des Unternehmens beherbergt.
Mit dem neuen Gebäude kam auch eine neues Sortiment. Das Unternehmen
spezialisierte sich nun auf die Fertigung von hochwertigen Rasiermessern
- eine Entscheidung die sich, wie sich später rausstellen sollte,
gleich zweimal als segensreich erweisen sollte. Zunächst einmal
ging es aber mit dem neuen Sortiment bergauf. Rasiermesser aus dem Hause
Paul Adrian fanden nahezu weltweit ihre Kunden. Als besonders guter
Markt entwickelten sich Brasilien und andere lateinamerikanische Länder.
Der
zweite Weltkrieg stoppte jedoch diese Entwicklung. Die Leitung des Unternehmens
war inzwischen auf die Söhne des Gründers, Karl und Ernst
Adrian, übergegangen, die beide zum Kriegsdienst eingezogen wurden.
In dieser schweren Zeit, die Produktion erfolgte nunmehr zwangsweise
für die Wehrmacht, lag die Führung des Unternehmens in den
Händen von Helene Adrian, der Schwester von Karl und Ernst.
Nach
Ende des Krieges und Beseitigung aller Kriegsschäden nahm man die
Produktion von Rasiermessern wieder auf und es gelang auch recht schnell,
an den früheren Erfolg anzuknüpfen. Namentlich schuf man sich
in Übersee erneut ein festes Standbein.
Trotzdem
kam es alsbald zu einem bis heute prägenden Richtungswechsel. Im
Jahre 1955 erhielt das Unternehmen eine Anfrage aus den USA nach hohlgeschliffenen
Steakmessern. Das Unternehmen erkannte seine Chance und nutzte sie erfolgreich.
Als Hersteller von Rasiermessern verfügte man über alle technischen
und handwerklichen Voraussetzungen, die für die Herstellung von
hohlgeschliffenen Klingen erforderlich ist. Die Amerikaner wussten dies
zu würdigen und bei einem Dollarkurs von über 4,- DM entwickelte
sich ein florierendes Geschäft. Selbst Steakmesser mit vergoldeter
Klinge und handgeschnitztem Büffelhorngriff verließen damals
die Grünewalderstraße 92 in Richtung Amerika.
Ein
Ende kam erst mit dem Vietnamkrieg und dem dadurch ausgelösten
Fall des Dollars. Der US-Markt wurde jetzt sehr schwierig und einfachere
und vor allem billigere Produkte, verschärften die Konkurrenz.
Die Firma Paul Adrian, seit 1971 in dritter Generation durch Rainer
Adrian geführt, reagierte prompt und suchte nach neuen Märkten.
Diese fanden sie praktisch vor der eigenen Haustür, nämlich
in Deutschland. Der Zeitpunkt war denkbar günstig, denn in Deutschland
wurden die ersten Steakhäuser eröffnet. Heute beliefert das
Unternehmen die führenden Steakhäuser mit hochwertigen Steakbestecken
in geschmiedeter Ausführung und zwar ausschließlich aus Solinger
Produktion.